Dr. Lisa-Marlen Spathelf – Ärztin, Visionärin und Co-Founderin von Mindful Doctor, ein Programm für Ärztinnen und Ärzte zur Resilienzförderung

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In dieser Folge spricht Inga Bergen mit Dr. Lisa-Marlen Spathelf. Sie ist Ärztin, Start-up Coach und Mitgründerin von Mindful Doctor. Die ausgebildet Unfallchirurgin hat in ihre Zeit als Mitarbeiterin in verschiedenen Kliniken unterschiedlichsten Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesehen und den Wert von zufriedenen und gesunden Mitarbeitenden selbst erfahren.

Im Podcast stellt Dr. med. Lisa-Marlen Spathelf ihr Projekt Mindful Doctor vor, ein Programm für Medizinerinnen und Mediziner, um Achtsamkeit und persönliche Resilienz zu fördern. Auf der jährlichen Konferenz werden Techniken zu Achtsamkeit und Gesundheitsförderung an die Führungskräfte von morgen herangetragen, um durch mehr Zufriedenheit im Arbeitsalltag und höhere Lebensqualität die Patientenversorgung zu verbessern.

Die Illusion des Traumberufes

Dr. Lisa-Marlen Spathelf ist Visionärin und in vielfältigen Projekten tätig. Ihre Arbeit als Chirurgin war ihr absoluter Traumberuf voller intrinsischer Motivation, Menschen zu helfen. In Studium konnte sie das positive und negative Extrem kennen lernen, was auch zur Ernüchterung führte [ab min. 4]. Während ihres Studiums konnte Sie Einblicke in eine der bekanntesten Kliniken weltweit, der Mayo Klinik gewinnen. Dort hat sie gesehen, wie viel eine Klinik für die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden tun kann. In Deutschland kam sie ebenfalls erst in eine Abteilung, in der Mitarbeitenden-Zufriedenheit und das Wohlergehen der Patientinnen und Patienten von ihrem Chefarzt vor Ökonomisierung gestellt wurde [ab min. 6]. Doch bei dem Wechsel in eine andere Klinik und der Arbeit als Assistenzärztin ist sie unter den aktuellen Arbeitsbedingungen an ihre Grenzen gestoßen.

Mindful Doctor

Mit Dr. med. Alwar Mollik hat sie einen Partner getroffen, der unter den gleichen Umständen gelitten hat und hat mit ihm daraufhin Mindful Doctor gegründet. Auf der jährlichen Mindful Doctor Konferenz stellen sie inspirierende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medizin vor. Sie bieten eine Plattform für unsere Führungskräfte von morgen, da die heute jungen Ärztinnen und Ärzte in Zukunft den Ton angeben [ab min. 7]. Laut der Hartmann Studie überlegen 70 % der Ärzte und Ärztinnen ihren Job in der Klinik zu verlassen. Auch Anne Latz zeigt das in ihrem aktuellen Buch auf.

Dr. Lisa-Marlen Spathelf sagt deutlich, es braucht Selbstfürsorge, um sich um andere kümmern zu können. Viele Industriefirmen sind im Thema Mitarbeitenden-Zufriedenheit dem Gesundheitswesen voraus [ab min. 9]. Energie, Zufriedenheit und Empathie die durch Trainings gestärkt werden können, führen automatisch zu besseren Fürsorge von Patientinnen und Patienten. Mit Mindful Doctor bieten sie also eine Förderung der persönlichen Resilienz an. Auch wenn sie die Arbeitsbelastung nicht per se reduzieren können, so können sie doch vermitteln, wie an der Einstellung des Stresses gearbeitet werden kann. Zudem sind weitere Themen: Wie kann emotionale Intelligenz gestärkt werden, eine bessere Teamkultur geschaffen, Wertschätzung und Kommunikation verbessert werden. Das sind alles Faktoren, um sich selbst ein schönes Arbeitsumfeld zu kreieren [ab min. 13].

Wunderpunkt: der Ist-Zustand

Klar ist, die Situation in unserem Gesundheitswesen ist extrem stressbelastet. Die zur Anschauung nennt sie das Beispiel der Charité. Denn die Charité macht pro Jahr 1,6 Mrd. € Umsatz davon sind allein zwei Drittel, also 1,1 Mrd. € Personalkosten [ab min. 11]. Umso gesünder Mitarbeitende sind, desto leistungsfähiger sind sie und umso besser kann die jeweilige Profession ausgeübt werden. Der wirtschaftliche Schaden wird größer, wenn man bedenkt, dass die Krankheitstage für Mitarbeitende des Gesundheitssystems steigen. Würde alle Mitarbeitende der Charité ein Tag pro Jahr weniger krank sein, hätten sie 200 Mio. € weniger Verlust [ab min. 13].

Den cholerischen Chef aushalten

Allen Ärztinnen und Ärzten, so Lisa-Marlen Spathelf, ist in der Klinik die hierarchische Einordnung bzw. Unterordnung passiert. Mit ihrem auf Studien basierenden Konzept wollen sie Methoden vermitteln, wie man mit cholerischen und zynischen Chefs umgehen kann. Nicht vergessen werden sollte, dass diese Charakterzüge ebenfalls Auswirkungen von Stress sind [ab min. 14]. Wichtig ist das Ärztinnen und Ärzte den Wandel selbst wollen und dazu muss jeder bei sich anfangen. Pro Konferenz kommen 200 – 300 Ärzte und Ärztinnen, mehr noch erreichen sie mit einem Newsletter. Lisa-Marlen Spathelf erzählt, dass es trotz großem ärztlichem Umfeld schwierig ist, die Leute zu erreichen. Doch das ist besonders wichtig, um herauszufinden, wo der Schuh drück und welche Problematiken thematisiert werden sollten [ab min. 19].

Digitalisierung vs. Entlastung?

Dr. Spathelf sagt klar, dass eine Entlastung für bürokratische Tätigkeiten durch Digitalisierung stattfinden kann, denn heute werden pro Arbeitstag ca. 2 – 3 Stunden für Dokumentation u. Ä. benötigt. Trotzdem werden vielen Tools als zusätzliche Arbeit empfunden, da sie nicht richtig eingeführt und angewendet werden. Es benötigt gut funktionierende Tools, damit alle bereit sind, diese zu nutzen [ab min. 23]. Inga Bergen betont, dass eine digitale Transformation zudem nur funktionieren kann, wenn die Mitarbeitenden selbst mentale Kapazität haben, sich auf Veränderung einzulassen.

Hapernde Umsetzung der Kliniken

Mit Mindful Doctor beraten sie bereits Verbände und Kliniken, denn ein Interesse der Unternehmen ist vorhanden, nur die Umsetzung gestaltet sich schwierig hinsichtlich der Frage, wie man neue Konzepte integrieren kann. Mit dem „Search inside yourself“ Programm von Google gibt es bereits Möglichkeiten, Umsetzungslösungen anzubieten. Die Frage in der Masse der Problematiken ist eher, wo man ansetzt. Doch jeder Schritt ist ein Schritt nach vorne, so Lisa-Marlen Spathelf.

Einzelne Königreiche stehen im Weg

Inga Bergen hebt hervor, wie die vielen kleine Königreiche, also einzelne Abteilung von Chefärzten- und Ärztinnen und die dazugehörigen Meinungen für die Umsetzung von Prozessen im Weg stehen. Doch es geht auch anders, bspw. mit dem Führungsstil von David-Ruben Thies, der als Geschäftsführer der erfolgreichen Waldklinik Eisenberg mit einem einheitlichen Ansatz eine agile Unternehmenskultur stärkt und führt [ab min. 25].

„Arbeitskranktage steigen, die psychische Erkrankungsrate steigt, vor allem unter Ärzten, die Depressionsrate ist wahnsinnig hoch, wir haben die höchste Suizidrate unter allen Berufsgruppen, da sind sogar Soldaten miteingeschlossen.“ [ab min. 32]

Dr. med. Lisa-Marlen Spathelf
Neue Generationen nicht leistungsfähig?

Natürlich nicht! Doch diese Meinung ist auch Dr. Spathelf oft von älteren Generationen entgegengebracht worden, wenn eine 48-Stunden-Arbeitswoche als nicht mehr angebracht betitelt wird. Doch viele haben erkannt, dass eine Selbstausbeutung nicht mehr notwendig ist. Auch der oben genannte wirtschaftliche Aspekt ist nicht zu missachten, denn wenn die Mitarbeitenden ausgebrannt sind, kann auch keine gute Patientinnen- und Patientenversorgung mehr gewährleistet werden [ab min. 29]. Zudem zeigen viele Studien, dass Depressionen durch Achtsamkeitstechniken und Stressabbau reduziert werden können. Achtsamkeit ist oftmals als Esoterik verschrien, doch wirklich hilft es, Stress und Ursachen des Stresses zu erkennen. Die Potenziale müssen entfaltet werden, damit ist allen geholfen, von Mitarbeitenden zu Patient*innen, das soll mit Mindful Doctor erreicht werden [ab min. 34].

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